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Treibstofftanks aus Edelstahl Rostfrei als Folge von Smoggesetzen


Strengere Umweltgesetze haben eine neue Anwendung für Edelstahl Rostfrei S30400 mit sich gebracht

Nickel Magazine, Dez. 01 -- Als Reaktion auf zunehmend strengere Emissionsbeschränkungen in den Vereinigten Staaten statten verschiedene europäische Autohersteller bestimmte für den Verkauf auf dem U.S.-Markt vorgesehene Modelle (z.B. Volkswagen Beetle) mit Treibstofftanks aus Edelstahl Rostfrei aus, berichtet ThyssenKrupp, einer der bedeutendsten Hersteller von Flachprodukten aus Edelstahl Rostfrei.
Für die Herstellung dieser Treibstofftanks werden jährlich etwa 6.000 bis 8.000 Tonnen Edelstahl Rostfrei S30400 benötigt, teilt das deutsche Unternehmen mit.

Die Tanks werden es den Autoherstellern erleichtern, den Umweltgesetzen zur Smogverringerung zu entsprechen. Der Bundesstaat Kalifornien beispielsweise hat Gesetze verabschiedet, die die Kohlenwasserstoffemission pro Fahrzeug auf zwei Gramm pro Tag beschränken. Dieses Limit soll bis 2004 noch weiter abgesenkt werden, und man geht davon aus, dass andere Bundesstaaten und einige europäische Länder dem Beispiel Kaliforniens folgen werden.

Der amerikanischen Umweltschutzbehörde (EPA) zufolge sind Fahrzeuge in den U.S.A. für etwa 60% der gesamten Kohlenmonoxidemissionen des Landes, 31% der Stickoxide, 30% der flüchtigen organischen Verbindungen und acht Prozent der Feststoffemissionen verantwortlich.

Eine Quelle dieser Emissionen sind Treibstoffdämpfe, die im Ausmaß von etwa 2 Gramm pro Tag die Wände der herkömmlichen Kunststofftanks durchdringen. Dieses Austreten von Treibstoffdämpfen kann durch die Verwendung von Kohlenstoffstahl oder Edelstahl Rostfrei gleichermaßen verhindert werden, doch bietet Edelstahl Rostfrei als zusätzlichen Vorteil Langlebigkeit aufgrund seiner Korrosionsbeständigkeit, und Langlebigkeit ist angesichts der Tatsache, dass die Gesetzgebung Kaliforniens die Autohersteller dazu verpflichtet, Emissionsfreiheit für einen Zeitraum von mindestens 15 Jahre oder mindestens 240.000 gefahrene Kilometer zu garantieren, ein ausschlaggebender Faktor. Treibstofftanks aus Edelstahl Rostfrei können zu 100% wiederverwertet werden.

"Diese Anforderung stellt für konventionellen Stahl ein Problem dar", erklärt Jochen Krautschick von der technischen Entwicklungsabteilung der Firma ThyssenKrupp. Das Unternehmen merkt an, dass Tanks aus Kohlenstoffstahl selbst bei Anwendung der gegenwärtig erhältlichen Korrosionsschutzbeschichtungen eine kürzere Lebensdauer als Treibstofftanks aus Edelstahl Rostfrei aufweisen.

Kunststoff war jahrelang der Werkstoff der Wahl für Treibstofftanks, da er durch Blasformverfahren praktisch jedem Raum angepasst werden kann. Neue Verfahren wie Doppelblech-Hydroforming und hydromechanisches Blechformen erlauben jetzt die Herstellung ähnlich komplexer Formen aus Stahl.

Da die Produktionskapazitäten heute noch beschränkt sind, kosten Treibstofftanks aus Edelstahl Rostfrei wesentlich mehr als solche aus Kohlenstoffstahl oder Kunststoff. Allerdings wird sich dies in der Zukunft wahrscheinlich als weniger hinderlich erweisen, wenn die hervorragenden Leistungseigenschaften der Tanks aus Edelstahl Rostfrei die Nachfrage steigen lassen und mit steigenden Produktionszahlen die Kosten pro Einheit sinken.

"Gegenwärtig werden nur die Fahrzeuge für den U.S.-Markt mit dem Stahltank ausgestattet", erklärt er, "und das betrifft nur Fahrzeuge von europäischen Herstellern".

Man geht davon aus, dass die Nachfrage nach Tanks aus Edelstahl Rostfrei noch steigen wird, wenn die "Null-Emissionen"-Gesetzgebung sich über die Grenzen Kaliforniens hinaus durchsetzt (und solange machbare Alternativen zum Verbrennungsmotor wie beispielsweise die Treibstoffzelle noch in weiter Ferne liegen).

"Die Kunststoffindustrie und die Hersteller von Tanksystemen haben zwar neue Produkte entwickelt, mit deren Hilfe die Emissionen gesenkt werden, doch diese Produkte können sich nicht mit den Leistungseigenschaften der Lösung aus Edelstahl Rostfrei messen", berichtet ThyssenKrupp in einer Pressemitteilung.

Foto: ThyssenKrupp


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