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Ford wählt Nickel-Kadmium für das Elektroauto "Think City"

 

Robuste Nickel-Kadmium-Batterien bieten für das von Ford 1999 in Norwegen vorgestellte Elektroauto eine höhere Stromdichte und versprechen eine lange Lebensdauer. In Amerika wird dieses Fahrzeug im Jahr 2002 erhältlich sein




Nickel Magazine, Dez. 01 -- Winzige mit Nickel-Kadmium-Batterien betriebene Elektroautos flitzen durch verschiedene Großstädte, darunter London, San Francisco und in nicht allzu ferner Zukunft auch New York. Dies erfolgt im Rahmen einer Kampagne, mit der die Umweltvorteile emissionsfreier Autos im Stadtverkehr demonstriert werden sollen.
Die Ford Motor Company hat das erste Fahrzeug der Linie "Think City" Ende 1999 in Norwegen vorgestellt, wo dieses Fahrzeug auch erzeugt wird. Mittlerweile testet das Unternehmen auch andere Märkte in Europa und Nordamerika. Sie gibt Pendlern in städtischen Gebieten, die an einem emissionsfreien Auto interessiert sind, die Autoschlüssel für dieses Elektrofahrzeug in die Hand. Das Elektroauto macht Spass zu fahren, ist leicht zu parken und kann am Ende eines Arbeitstages direkt an einer normalen Steckdose wieder aufgeladen werden.

Der Zweisitzer wird von 19 wiederaufladbaren Nickel-Kadmium-Batterieeinheiten betrieben, von denen jede eine Nennspannung von sechs Volt liefert. Die Batterien erzeugen etwa 11,5 Kilowattstunden Energie, um einen 3-Phasen-Wechselstrominduktionsmotor zu betreiben. Sowohl die Batterien als auch der Motor selbst werden mit Wasser gekühlt, um eine bessere Leistung zu erzielen.

Das Kunststofffahrzeug kann 85 Kilometer mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometern zurücklegen, bevor die Batterien wieder aufgeladen werden müssen. Das Aufladen einer komplett geleerten Batterie dauert etwa 8 Stunden. Nach etwa 5 Stunden ist eine 80%ige Aufladung bei 220 Volt, der für die Haushaltssteckdosen Europas üblichen Spannung, erreicht.

Ford hat die von der Firma SAFT hergestellten Nickel-Kadmium-Batterien aufgrund ihrer Stromdichte (für die Beschleunigung), ihrer Langlebigkeit (sechs bis acht Jahre oder 100.000 Kilometer) und ihrer Robustheit gewählt, erklärt David Fabricatore, der Spezialprojekt- und Dienstleistungskoordinator von Think Mobility, eines Geschäftsbereichs von Ford.

Ein zusätzlicher Vorteil besteht darin, dass die Batterien und die Karosserieteile aus Thermokunststoff am Ende ihrer Lebensdauer bei der Fa. SAFT zu 100% wiederverwertet werden können. Einem Vertrag zwischen den beiden Unternehmen entsprechend werden die Nickel-Kadmium-Batterieeinheiten von Ford zurückgenommen und von SAFT wiederverwertet. Wenn ein Kunde eine neue Batterie benötigt, wird die verbrauchte Batterie vom nächstgelegenen Fordhändler ausgebaut. Ford befördert die Batterie dann an eine von mehreren Sammelstellen in Europa und den Vereinigten Staaten wie z.B. der Inmetco Recyclinganlage in Pennsylvania. Sobald die Batteriegehäuse demontiert sind, werden die Elektroden für die Wiederverwertung entnommen. Die verbleibenden Platten werden dann einer speziellen Behandlung unterzogen, um das Kadmium und andere Werkstoffe zurückzugewinnen. SAFT verwendet das Kadmium, um neue Elektroden zu erzeugen, während der aus Eisen und Nickel bestehende Rest für die Erzeugung von Edelstahl Rostfrei oder Spezialstählen verwendet wird. 1999 hat SAFT allein in Frankreich 330 Tonnen an Nickel-Kadmium-Batterien gesammelt und wiederverwertet.

Die Batterien einschließlich Kabeln und Schläuche haben eine Größe von 950 x 770 x 290 Millimeter und wiegen insgesamt 240 Kilogramm. Das Gesamtgewicht des Fahrzeuges beträgt 943 Kilogramm.

In London hat Ford kürzlich ein auf 18 Monate angesetztes Pilotprojekt gestartet, um die Verwendung von Elektrofahrzeugen in städtischen Umgebungen zu untersuchen. Firmen wie die British Broadcasting Corporation (BBC) und einige Wohlfahrtseinrichtungen verwenden die Think City-Fahrzeuge, und ein am Projekt teilnehmender Energieversorger hat sich bereit erklärt, die von den Fahrzeugen verbrauchte Energie durch Energie aus erneuerbaren Energiequellen wie z.B. Windenergie zu ersetzen.

Ein ähnliches Programm in New York City wird nicht nur die Umweltvorteile dieser Elektrofahrzeuge ins Bewusstsein rufen, sondern auch auf die nationale Unabhängigkeit in bezug auf die Energieversorgung hinweisen, da die Erzeugung von elektrischem Strom großteils auf der Grundlage heimischer Energieträger erfolgt. Ford wird an Pendler in den Vorstädten New Yorks eine Flotte von 100 Elektrofahrzeugen zum Preis von je 199 USD pro Monat vermieten. Die Teilnehmer werden zur nächstgelegenen Bahnstation fahren, ihr Auto dort zum Wiederaufladen stehen lassen, in den Zug steigen und das Auto bei ihrer Rückkehr von der Arbeit wieder abholen, um damit nach Hause zu fahren. Auf diese Weise ermöglicht der Think City ein Pendeln, für das ausschließlich elektrische Energie benötigt wird.

Nächstes Jahr werden Fahrzeuge der Marke Think City zu einem Preis von 25.000 USD bei Ford-Händlern in ganz Nordamerika erhältlich sein. Der Autohersteller verkauft außerdem batteriebetriebene Fahrräder und Golfcarts.

Die Firma SAFT berichtet, weltweit würden derzeit mehr als 8.000 Fahrzeuge mit ihren Batterien betrieben.

Foto: FORD


David Fabricatore
Special Project & Service Coordinator
THINK Mobility, an Enterprise of Ford Motor Company
Tel: 1-760-438-6127
Fax: 1-760-438-6103
E-mail: dfabrica@ford.com



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