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Richtige Anwendung

In need of government protection?


Nickel Magazine, Sept. 01 -- Diese Ausgabe der Zeitschrift Nickel enthält einen Schwerpunktbericht über die Verwendung von nickelhaltigem Edelstahl Rostfrei in der Schweizer Armbanduhrenindustrie. Der Artikel beleuchtet die positiven Aspekte des Werkstoffs Nickel in dieser spezifischen Anwendung, greift jedoch gleichzeitig ein Gesundheitsproblem auf, das weiterhin Anlass zur Besorgnis gibt: die durch Nickel hervorgerufene allergische Kontaktdermatitis. Glücklicherweise zeichnen sich die speziellen Typen von Edelstahl Rostfrei, die bei der Herstellung der auf Seite 12 beschriebenen Uhren zum Einsatz gelangen, durch eine sehr geringe Freisetzung von Nickelionen aus.

Es gibt allerdings einige nickelhaltige Werkstoffe, die sich nicht für die Herstellung von Produkten wie Schmuck, Uhren, Bekleidungsbestandteilen und Brillengestellen eignen, da sie bei Hautkontakt eine Sensibilisierung und/oder Dermatitis hervorrufen könnten. Dazu kann es kommen, wenn man direkt und über einen längeren Zeitraum hinweg mit dem Produkt in Kontakt kommt und das Produkt aus einer nickelhaltigen Legierung oder aus einem Edelstahl Rostfrei besteht, die bzw. der bei Kontakt mit dem Schweiß des Trägers übermäßige Mengen an Nickelionen freisetzt.

Die Richtlinie 94/27/EC der Europäischen Union legt Einschränkungen für den Gebrauch dieser nickelhaltigen Werkstoffe fest. Sie schreibt ein spezifisches und komplexes Verfahren zur Prüfung der Nickelfreisetzung aus Produkten vor, die direkt und über einen längeren Zeitraum hinweg mit der Haut in Kontakt gelangen, und setzt die zulässigen Grenzwerte fest.

Grundsätzlich stellt eine von der Regierung herausgegebene Richtlinie eine wirksame Art und Weise dar, die Anzahl der gegen Nickel sensibilisierten Personen und die Auftretenshäufigkeit der Nickelkontaktdermatitis zu verringern. Allerdings bedarf diese spezielle Richtlinie weiterer Aufmerksamkeit. Es könnte nämlich geschehen, dass die Mitgliedsländer der Europäischen Union durch einen übervorsichtigen Ansatz bei der Umsetzung dieser Richtlinie unnötige Einschränkungen in bezug auf einen größeren Kreis an nützlichen Produkten bewirken, als dies ursprünglich beabsichtigt war. Dies könnte unter anderem auch Münzen, Schlüssel, verschiedene Handgeräte und Haushaltsprodukte wie Badezimmerarmaturen, Türgriffe, Muttern und Bolzen wie auch Möbel betreffen. Die breite Öffentlichkeit ist für gewöhnlich nicht in der Lage, zwischen den mit dieser Art von vorübergehendem Kontakt mit nickelhaltigen Produkten einher gehenden sehr geringen Risiken einerseits und jenen wesentlich höheren Risiken andererseits zu unterscheiden, die aus Produkten erwachsen, die für einen direkten und über längeren Zeitraum anhaltenden Kontakt vorgesehen sind.

Außerdem verleitet die Richtlinie die Öffentlichkeit dadurch, dass man, anstatt die relativ geringe Anzahl nickelhaltiger Legierungen (unter 20) auf ihre Nickelfreisetzungsrate zu prüfen, die anscheinend unendliche Anzahl nickelhaltige Werkstoffe beinhaltender Produkte einem komplexen, auf künstlichem Schweiß beruhenden Prüfverfahren unterzieht, zu Überreaktionen. So erklärt sich das Aufkommen und die Popularität irreführender Marketingslogans wie "nickelfrei" und "nickelsicher". Diese Überreaktion stellt eine Bedrohung für die richtigen und nutzbringenden Anwendungen von Nickel dar.

Trotz der Unterstützung, die es den Zielsetzungen der Richtlinie entgegen bringt, ist das Nickel Development Institute (NiDI) bemüht, sicher zu stellen, dass die Direktive von den einzelnen Mitgliedsländern der Europäischen Union nicht überinterpretiert wird und eine effizientere Umsetzung erfolgt.

Gleichzeitig bemüht sich die Industrie, das wissenschaftliche Verständnis der Freisetzung von Nickel aus Legierungen und Edelstahl Rostfrei sowie den Einsatz der betreffenden Werkstoffe im Rahmen von Anwendungen zu verbessern, in deren Rahmen es zu Hautkontakt oder einer ähnlichen Beeinflussung des Benutzers kommt. Diese Bemühungen umfassen unter anderem eine Überwachung der wissenschaftlichen Tätigkeit und Reaktionen auf inkorrekte wissenschaftliche Erkenntnisse, Fehlinterpretationen und irreführende Aussagen.

Die Nickelindustrie hat außerdem eine Produktüberwachungspolitik ins Leben gerufen, in deren Rahmen Schritte gesetzt werden sollen, um eine effiziente und zielgerichtete Regulierung sicher zu stellen und Anwendungen zu vermeiden, für die Nickel nicht geeignet ist. Unser Ziel besteht darin, den gegen Nickel sensibilisierten Bevölkerungsanteil sowie die Auftretenshäufigkeit der Nickelkontaktdermatitis zu verringern. Dabei werden wir sicher stellen, dass die Märkte für die geeigneten und nutzbringenden Anwendungen von Nickel geschützt werden. Eine detaillierte Beschreibung der Produktüberwachungspolitik der Nickelindustrie finden Sie unter.

Weitere Unterlagen zu diesem Thema können kostenlos vom NiDI angefordert werden.


pwhiteway@nidi.org

Photo: TOM SKUDRA

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