Mechanische Meisterwerke
| Pictured above, l to r: Alter Ego watch; waterproof chronometer watch with 38 rubies and circular slide
rule by Breitling SA; and Calvin Klein "Chainlink." |
Portuguese Chronograph watch by International Watch Company |
Heuer Monza |
| Double Chronograph watch by International Watch Company |
| Sapphire scratch-resistant crystal by Longines |
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Nickel Magazine, Sept. 01 -- Trotz der Beliebtheit elektronischer Armbanduhren und der Prognose, sie würden
die traditionellen mechanischen Uhren vollständig verdrängen, haben letztere überlebt und erfahren nun -
insbesondere im Top-Qualitätssegment und auf dem Luxusartikelmarkt - ein starkes Comeback.
Bis vor etwa 10 oder 15 Jahren wurden die Gehäuse und Armbänder der teuersten Luxusarmbanduhren aus Edelmetallen - hauptsächlich verschiedenfarbigem Gold - gefertigt. Nickelhaltiger Edelstahl Rostfrei wurde nur von abenteuerfreudigen Typen wie Piloten, Tauchern, Astronauten, Forschern, Wissenschaftlern und Militärs bevorzugt. In den letzten Jahren war jedoch selbst bei den exklusivsten und luxuriösesten Armbanduhren ein Trend in Richtung zu nickelhaltigem Edelstahl Rostfrei zu erkennen.
Noch vor einer Generation war es üblich, eine Golduhr zu erwerben und diese ein ganzes Leben lang zu behalten. Heute hingegen ist es nicht unüblich, mehrere Uhren aus nickelhaltigem Edelstahl Rostfrei zu besitzen - eine für jeden Anlass. Ähnliches gilt für Schmuck. Dies überrascht nicht, da die heutigen teuren Uhren oftmals mit Schmuck vergleichbar sind. Die Zeitmessung ist heute nur mehr eine von vielen Funktionen, die unsere Armbanduhren erfüllen. Zu ihren anderen Fähigkeiten zählen die Widerstandsfähigkeit gegenüber Wasserdruck und Korrosionsbeständigkeit.
Der Marktdurchbruch erfolgte durch eine neue Methode, Edelsteine auf Edelstahl Rostfrei anzubringen. Im Vergleich mit Edelmetallen ist Edelstahl Rostfrei extrem hart, weshalb auch seine Bearbeitung schwierig ist. Und deshalb war es eine Herausforderung, Edelstahl Rostfrei mit hoher Präzision zu schneiden, die erforderlichen Öffnungen herzustellen und die zum Fixieren der Steine erforderlichen Halterungen anzubringen.
Die ersten Armbanduhren aus nickelhaltigem Edelstahl Rostfrei erschienen erstmals im Jahr 1930, und seit damals hat sich ihre Anzahl beständig vergrößert. 1999 betrug der Wert der in der Schweiz hergestellten Uhren aus nickelhaltigem Edelstahl Rostfrei 40 % des Wertes aller aus Edelmetallen gefertigten Uhren.
Die für die Uhrengehäuse und Uhrenarmbänder verwendeten nickelhaltigen Edelstahllegierungen sind alle hoch korrosionsbeständig und widerstehen insbesondere dem Angriff durch Schweiß und Salzwasser. Typische Beispiele für qualitativ hochwertige nickelhaltige Edelstahllegierungen, die für die Herstellung von Uhren und Armbändern verwendet werden, sind EN 1.4404 und EN 1.4435 (beide S31603) sowie EN 1.4539 (N08904). Obwohl sie Nickel enthalten, braucht man sich in Zusammenhang mit diesen Legierungen keinerlei Sorgen über Nickelallergien zu machen. Dies liegt daran, dass eine Nickelallergie nur dann auftritt, wenn die Korrosionsprodukte bestimmter, nicht ausreichend korrosionsbeständiger Legierungen in direkten und langfristigen Kontakt mit der Haut kommen. Wenn die Qualität einer Legierung hingegen ausreichend ist, so dass keine Korrosionsprodukte entstehen, ist auch keine Nickelallergie zu befürchten.
Die Uhrenhersteller fordern - insbesondere in der Schweiz - die strenge Einhaltung vorgeschriebener chemischer Zusammensetzungen und das Vorhandensein verschiedener besonderer Eigenschaften, die nickelhaltiger Edelstahl Rostfrei samt und sonders zu erfüllen imstande ist. Dazu zählen spezifische Oberflächenbeschaffenheiten, ein geringer Restmagnetismus, eine ansprechende Farbe und große mechanische Festigkeit zur Vermeidung einer Deformierung durch den Wasserdruck in Tiefen von 500 Metern oder mehr. Auch hochreine Legierungen sind wichtig, da sich auf Uhrgehäusen und Armbändern Abschnitte mit unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten oft sehr nahe nebeneinander befinden. So können beispielsweise hochglanzpolierte Abschnitte mit gebürsteten Oberflächen, Satinoberflächen oder mikrokugelgestrahlten Oberflächen kombiniert werden. Unreinheiten oder bestimmte Zusammensetzungen können die Perfektion solcher Oberflächen beeinträchtigen. Uhrengehäuse und andere Teile aus Edelstahl Rostfrei werden auch durch das Verfahren des Metallpulver-Spritzpressens erzeugt, das durch die Auswahl reiner Pulver die Erzielung maßgeschneiderter chemischer Zusammensetzungen erlaubt.
Nickelhaltiger Edelstahl Rostfrei hat es der Schweizer Uhrenindustrie mittlerweile beinahe 70 Jahre lang erlaubt, sich die Vorteile der außergewöhnlichen Eigenschaften dieses Werkstoffs zunutze zu machen. Gleichzeitig hat sich die Industrie umfangreiches Wissen in bezug auf die Umformung dieser Legierungen in Uhrengehäuse, Armbänder und andere Teile von außergewöhnlicher Schönheit und Qualität erworben. In diesem Sinne handelt es sich um wahrhaft "edle" Legierungen.
Von Alfred Bauer, einem in der Schweiz ansässigen Konsulenten des Nickel Development Institute.
S E I T E N B A L K E N
Stainless offers strength and anti-magnetism
Die Hersteller wertvollen Schmuckes verließen sich über eine lange Zeit hinweg auf die beiden Edelmetalle Gold und Silber. Beide fanden sich in der Natur in verarbeitungsbereiter metallischer Form, die eine vorherige Gewinnung des Metalls aus Erzgestein unnötig machte, und ließen sich aufgrund ihrer außergewöhnlichen Schmiedbarkeit und Weichheit einfach bearbeiten und in jede beliebige Form bringen. Außer ihrem eigenen Wert zeichnen sich Gold und Silber durch außergewöhnliche Korrosionsbeständigkeit aus, was teilweise ihren Status als "edle" Metalle erklärt.
Heute kommen Gold und Silber in ihrer reinen Form nur mehr für Spezialanwendungen zum Einsatz (wobei Silber in vielen Anwendungen seine frühere Bedeutung verloren hat). Für Schmuck, Armbänder und Armbanduhren hingegen benötigte man verbesserte mechanische Eigenschaften. Im Fall von Gold wurden diese Eigenschaften durch Legierung des Edelmetalls mit Kupfer und Silber erzielt. Weißgold wird oft durch Beigabe von Palladium erzeugt, während Rotgold weniger Silber und mehr Kupfer enthält. Trotz der modernen Technologie sind den Goldlegierungen jedoch Grenzen gesetzt, wenn größere Festigkeit und Abriebbeständigkeit gefordert sind.
Bei den Uhren und Uhrenarmbändern erkannte die Industrie bereits vor vielen Jahrzehnten sehr schnell, welche Vorteile nickelhaltiger Edelstahl bietet, da dieser genau jene Kombination von Eigenschaften aufweist, die benötigt wurde: Antimagnetismus, hohe Festigkeit und die Wahlmöglichkeit zwischen vielen unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten. Außerdem kann nickelhaltiger Edelstahl Rostfrei maschinell so bearbeitet werden, dass die hohen Standards der spezialisierten Uhrenhersteller erfüllt werden, und zeichnet sich darüber hinaus durch eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit aus.
Für die erneute Beliebtheit mechanischer Uhren gibt es emotionale Gründe. Die Menschen finden den "lebendigen" Hochpräzisionsmechanismus, der durch die rasche abwechselnde Bewegung der Unruh und der daran befestigten Spiralfeder gekennzeichnet ist, faszinierend. Zusätzlich zu einer Datumsanzeige und automatischem Aufziehen der Hauptfeder können mechanische Uhren mit sogenannten "Komplikationen" versehen werden. Dabei handelt es sich um Mechanismen, die den ewigen Kalender (beispielsweise mechanisch programmiert bis zum Jahr 2499), den Wochentag, den Monat und die Mondphase anzeigen. Zu den weiteren möglichen "Komplikationen" zählen ein programmierbarer und wiederholbarer Alarm, eine Zeitanzeige für drei Zeitzonen und eine Stoppuhr für den Einsatz bei Rennen. Mechanische Uhren können auch mit einem "Tourbillon", d.h. einer Vorrichtung, die die Wirkung der Erdanziehungskraft auf den Unruhreif ausgleicht, ausgestattet werden.
Viele teure und luxuriöse Armbanduhren sind mit einem Zertifikat der Offiziellen Schweizer Chronometer
Kontrollstelle (COSC) ausgestattet, das exakte Zeitmessung in fünf Positionen bei vier unterschiedlichen
Temperaturen bestätigt. Diese Zertifizierung garantiert auch Widerstandsfähigkeit gegenüber magnetischen
Einflüssen und Beständigkeit gegenüber Wasserdruck. Ein mechanischer Chronometer darf innerhalb eines
Zeitraums von vierundzwanzig Stunden höchstens sechs Sekunden vor oder vier Sekunden nach gehen, was einer
Präzision von 99,99 % entspricht.
Foto: AUDEMARS PIGET, BREITLING SA, LONGINES, TAG HEUER, INTERNATIONAL WATCH
COMPANY, CALVIN KLEIN


